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Ist der Berater und Consultant auch ein “Tröster der einsamen Unternehmer/Unternehmerinnen”?

Haben Sie das schon gehört? Durch den Hinweis in einem Buch des Mönchs, spirituellen Lehrers, Managers und Philosophen Anselm Grün bin ich darauf gekommen, dass der Begriff “konsultieren” im Lateinischen nicht nur mit “consulere“, übersetzt mit “fragen, beraten, sorgen, beschließen” in Verbindung steht, sondern vermutlich auch mit “consolari“, übersetzt “trösten und ermutigen”. Wird plausibel, wenn man auch an “cum” (lateinisch) und “con” (italienisch und spanisch) denkt, bedeutet “mit” und an “solum” (lateinisch) und “solo” (italienisch und spanisch), übersetzt “allein, einsam”. Da wird aus dem Berater und Konsulenten auch ein “solidarischer” Unterstützer von “Solisten, Startups und EPU”, einer, der auch den in Groß-Unternehmen mit ihren Aufgaben alleine stehenden Führungskräften hilft.

Aber ich habe mich natürlich auch gefragt: Passt das überhaupt zur Berater-Praxis? Ja, wenn man den Beratung suchenden als jemanden sieht, der sich mit seinen Problemen und Fragen “allein gelassen” oder “einsam” fühlt, weil er niemanden in seiner Umgebung hat, der ihm helfen oder raten kann; weil er – sich seiner Situation und Möglichkeiten bewusst – erkannt hat, dass externe Sicht und Expertise eine wichtige Ergänzung für ihn sein kann. Nein, wenn man an diejenigen denkt, die zwar objektiv Beratung benötigen würden, aber aus verschiedenen Gründen wie “ich muss das selbst/alleine schaffen (Egozentrik?)”, “in meinem Geschäftsfeld kenne ich mich am besten aus (Selbstüberschätzung?)”, “Berater sind nur teuer (Misstrauen?)”, “da könnten manche glauben, ich kann das alleine nicht lösen (Sorge ums eigene Image?)” usw. jede externe Beratung ablehnen.

Daher muss man dem Bild des “Trösters der Einsamen” wohl auch das des “Beraters für Starke” gegenüber stellen: Er berät hervorragende Menschen, die ein starkes Bewusstsein dafür entwickelt haben, dass sie in Kooperation mit anderen viele Ziele besser erreichen können als alleine. Nicht die “Beratungsresistenten”, sondern die bei Bedarf “Beratungsaffinen”, die offen agierenden Teamworker haben bessere Aussichten auf Erfolg.

Wobei dennoch wahr bleibt, dass sich manche gute Führungskräfte und CEOs tatsächlich nicht selten einsam fühlen, wenn sie um sich herum aus Effizienz-Gründen nur in definierten Rollen Funktionierende, nur Verantwortungsverweigerer und Ja-Sager haben. Wenn es einer Unternehmerin oder einem Unternehmer in seinem Mitarbeiter-Umfeld an strategischen Köpfen und lösungsorientierten Praktikern fehlt – oder auch an Technik zwar liebenden aber diese nicht verkaufen Könnenden.

Da fällt mir natürlich auch noch das Wort “alleinig” ein, das 2 Deutungen in sich vereinigt: Das “Allein sein” und das “mit allen einig sein”. Die Kunst besteht darin, sich  zwischen diesen beiden Deutungen richtig hin und her zu bewegen, richtig zu “schwingen”. Das ist dann die “All-Einigkeit“. Mit und ohne Berater.

 

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